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Unterbreizbach

Unterbreizbach

Kali, Kelten und ein vergessener Turm

In der Einheitsgemeinde Unterbreizbach mit ihren Ortsteilen Unterbreizbach, Räsa, Sünna, Deicheroda, Mosa, Hüttenroda, Mühlwärts und Pferdsdorf/Rhön wohnen rund 3.400 Einwohner. Unterbreizbach, Räsa und Pferdsdorf liegen im Ulstertal.

Urkunden weisen die Gründung des Ortes Unterbreizbach um 1348 aus. Unterbreizbach ist geprägt durch die um 1900 angesiedelte Kaliindustrie. Der über 18 ha große Kalibetrieb mit Aufbereitungsfabrik gehört ebenso zum Ortsbild wie die sich unmittelbar an der hessischen Grenze befindliche Salzhalde des Kali-Standortes Hattorf.

Unterbreizbach lag bis zur politischen Wende im Jahr 1989 im Sperrgebiet. Im Sperrgebiet verlief unmittelbar an der Grenze zur Bundesrepublik ein 500 Meter breiter Schutzstreifen und unmittelbar davor ein 10 Meter breiter Kontrollstreifen. Von der ehemaligen innerdeutschen Grenze gibt es heute nur noch wenige bauliche Erinnerungen. Dem Grenzverlauf des ehemaligen Kolonnenweges im Glaamer Grund folgend, steht mitten im Wald gelegen ein Beobachtungsturm. Bei den Rückbauarbeiten Anfang der 1990-iger Jahre wurde er schlichtweg vergessen, daher rührt auch sein heutiger Name – „Der vergessene Turm“. Um den Turm wurde ein Stück Grenzzaun wiederhergerichtet, Info-Tafeln und eine Sitzgruppe aufgestellt. Wanderern und Besuchern bietet dieser Ort die Möglichkeit, sich über die Grenze, die Deutschland teilte, zu informieren. Der „Vergessene B-Turm“, direkt am Grünen Band gelegen, kann auch bei Interesse bestiegen werden (Schlüssel bei der Gemeindeverwaltung).

In der ehemaligen Grundschule in Unterbreizbach befindet sich ein kleines, aber mit sehr viel Liebe und Engagement eingerichtetes Heimatmuseum. Das Museum wie auch das sich im ehemaligen Feuerwehrgerätehaus befindliche historische Klassenzimmer ist an jedem 1. Samstag im Monat von 15:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Weitere Öffnungszeiten z.B. für Gruppen sind nach Rücksprache mit dem Leiter Herrn Augsten (Tel. 036962/20297 oder Mail o.augsten@t-online.de) möglich. 

Erste Hinweise auf die Besiedlung von Räsa gehen auf den Anfang des 16. Jahrhunderts zurück. Im Zuge der Regulierung der Ulster stieß man auf alte Fundamente, die darauf schließen lassen, dass die ursprüngliche Siedlung zum 30jährigen Krieg vollständig zerstört wurde.

Mit der Industrieansiedlung entstand Ende der 30er Jahre an der Räsaer Mühle eine Wohnsiedlung, die sich im Lauf der Zeit zum eigenständigen Ortsteil Räsa entwickelte. Am Ulstertalradweg befindet sich der Standort einer alten Mühle, auch „Ulstermühle“ genannt. Durch die idyllische Lage an der Ulster lädt der Rastplatz zum Verweilen für Radfahrer und Wanderer ein. Verschiedene Infotafeln verschaffen den Besuchern einen Einblick in die historische Bedeutung der Anlage.

Der Ortsteil Räsa ist aufgrund seiner zentralen Lage Standort der Gemeindeverwaltung der Einheitsgemeinde Unterbreizbach, auch befindet sich in Räsa die Regelschule.

Sünna und die vier Hofgemeinden Deicheroda, Mosa, Hüttenroda und Mühlwärts liegen an den nördlichen Ausläufern der Kuppenrhön.

Der Ort Sünna ist vergleichsweise erst sehr spät im Jahr 1317 erwähnt. Er ist eingebettet zwischen dem Ulsterberg (487 m) im Westen und dem Oechsenberg (627 m) sowie Dietrichsberg (668 m) im Osten. Der Ort liegt direkt an der alten Handelsstraße Leipzig – Frankfurt/Main, der heutigen B84. Sehenswürdigkeiten in Sünna sind die barocke Bilderkirche sowie das denkmalgeschützte Fachwerkensemble der Thomas-Müntzer-Straße und des Hirtenplatzes in der Dorfmitte.

Die vier Hofgemeinden sind auf Grund ihrer reizvollen Lage von besonderer Attraktivität. Deicheroda ist umgeben von großen Hutungen und ausgedehnten Laubwäldern. Mosa, Hüttenroda und Mühlwärts sind Hofgemeinden, die entlang des Flusslaufes Mosa angesiedelt sind.

Vor ca. 2.500 Jahren befand sich auf dem Oechsenberg eine größere, befestigte keltisch geprägte Siedlung. Die Größe der Siedlung und zahlreiche Funde auf dem Berg und in der Region lassen auf eine herausragende Bedeutung schließen. Am Fuße des Oechsenberg befindet sich das im Jahr 2006 errichtete Keltendorf. Das historisch nachempfundene Dorf wurde durch die Gemeinde Unterbreizbach in Zusammenarbeit mit dem Keltenhotel und dem Keltenverein errichtet. Das Keltendorf ist für Besucher geöffnet.

Pferdsdorf/Rhön wurde erstmalig im Jahr 912 urkundlich erwähnt. Die Gemarkung Pferdsdorf grenzt unmittelbar an der thüringisch-hessischen Landesgrenze, die Ortschaft liegt im Ulstertal eingebettet. Pferdsdorf ist ein Hauendorf mit vielen gut erhaltenen Holzfachwerkhäusern aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Die Kirche, deren älteste Teile aus dem 13. Jahrhundert stammen, ist von einer Wehrmauer umgeben. Eine Rarität ist die Ummauerung der Dorflinde, deren Vorgängerin noch außermittig und an deren Fuß eine Steinbank stand, die bei Dorfversammlungen als Platz für den Dorfvorsteher/Bürgermeister diente. Sowohl der 1. als auch der 2. Weltkrieg hinterlassen deutliche Spuren im Ort. Trotzdem bleibt eine Vielzahl alter historischer Fachwerkbauten in Pferdsdorf/Rhön erhalten.

Das Rad- und Wanderwegenetz in der Einheitsgemeinde ist sehr gut ausgebaut. Verschiedene Wander-/Rund- und Radwege verbinden die verschiedenen Ortsteile miteinander und bieten abwechslungsreiche Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Der überregionale Ulstertal-Radweg führt von der Mündung der Ulster in Philippsthal über die Ortsteile Unterbreizbach, Räsa und Pferdsdorf bis zu Ulster-Quelle in der „Langen Rhön. Der Rhönradweg führt auf 180 km von Bad Salzungen nach Hammelburg. Im Gemeindegebiet Unterbreizbach ist der Radweg identisch mit dem Ulstertalradweg.

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