Neues aus dem Rotmilan-Projekt in Ostheim vor der Rhön, Rhön

Hohe Rhön
Lange Rhön

Neues aus dem Rotmilan-Projekt

  • Hinweisschild auf das Rotmilan-Projekt
    Hinweisschild auf das Rotmilan-Projekt Foto: © J. Oymanns
  • Rotmilan-Projekt Rhön
    Landwirt Peter Link aus Dipperz unterstützt das Projekt durch die Anlage von Blüh- und die Mahd von Feldfutterflächen. Die weiteren Personen auf dem Bild sind Astrid Rauner und Juli-an Oymanns. Foto: © B. Hartmannshenn

Meldung

Neues aus dem Rotmilan-Projekt Zusammenarbeit mit Landwirten verbessert Nahrungsangebot / Förderung bis 2020

 

RHÖN. Er ist selten, und er ist bedroht und in der kleinstrukturierten Offenlandschaft der Rhön besonders gern zu Hause: der Rotmilan. Zirka 330  Revierpaare brüten hier jedes Jahr, wie aktuelle Zahlen des Artenhilfsprojekts „Rotmilan in der Rhön“ belegen. Seit 2017 werden vielfältige landwirtschaftliche Maßnahmen ergriffen, um Lebensraum und Nahrungsangebot für den charakteristischen Greifvogel zu verbessern. Noch bis 2020 können interessierte Landwirte an Fördermaßnahmen teilnehmen.

Bei der Nahrungssuche ist der Rotmilan besonders auf Offenlandhabitate – dazu zählen alle Biotoptypen außerhalb des Waldes – angewiesen. „Landwirtschaftlich genutzte Flächen wie Acker und Grünland sind durch Mahd und Beweidung dabei besonders attraktiv“, erklärt Julian Oymanns, Leiter des Rhöner Rotmilan-Projekts. Doch die Nahrungssituation sei jedes Jahr aufs Neue kritisch. Bewirtschaftungsumstellungen, Flächenintensivierung und Flurbereinigungen haben in den vergangenen Jahrzehnten die Lebensbedingungen für Insekten, Singvögel und Kleinsäuger und damit auch für den Rotmilan deutlich verschlechtert. „In diesem Jahr kommt noch die langanhaltende Trockenheit dazu, die vor allem den Jungvögeln, aber auch vielen Beutetieren zu schaffen macht“, sagt Oymanns.

Durch die gezielte Zusammenarbeit mit Landwirten will das Projekt dieser Entwicklung entgegenwirken. Auf der Suche nach Beutetieren ist der Rotmilan besonders auf dünnbewachsene Flächen angewiesen. „Bereits mit wenig Aufwand können Landwirte dabei mithelfen, das Futterangebot für den Vogel deutlich zu verbessern“, so der Naturschützer. „Indem sie locker bewachsene Blühflächen anlegen, verschiedene Mahd- und Beweidungsrhythmen anwenden und Altgrasstreifen stehenlassen, schaffen sie Rückzugsflächen für wichtige Beutetiere wie Insekten und Kleinsäuger.“ Landwirtschaftliche Flächen in der Nähe von bekannten Neststandorten seien dabei besonders interessant und würden bei der Planung bevorzugt. Da die Umsetzung der Maßnahmen mit einem gewissen Mehraufwand für die teilnehmenden Landwirte verbunden ist, erhalten sie Ausgleichszahlungen aus Projektmitteln. Weitere Informationen über die verschiedenen Maßnahmen gibt es unter https://media.repro-mayr.de/48/711548.pdf (Broschüre zum Maßnahmenprogramm). Landwirte, die das Projekt unterstützen möchten, können ab Oktober ihr Interesse für die Maßnahmenumsetzung im kommenden Wirtschaftsjahr bekunden. Für Rückfragen und Beratung steht das Projektteam mit Astrid Rauner (a.rauner@planwerk-nidda.de)  und Julian Oymanns (julian.oymanns@br-rhoen.de.) zur Verfügung.

Info

Die Rhön ist ein Hotspot für Rotmilane. Rund ein Prozent der Weltpopulation brütet regelmäßig hier. Bereits im Jahr 2014 startete daher an der Schnittstelle von drei Bundesländern das Artenhilfsprojekt „Rotmilan in der Rhön“. Es ist Teil des Bundesprogramms Biologische Vielfalt und wird vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert. Im Laufe der sechsjährigen Projektzeit werden vielfältige Maßnahmen zum Schutz des Greifvogels umgesetzt. Neben (Natur)Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit ist auch die Überwachung der heimischen Rotmilan-Population ein wichtiges Ziel.