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Das Bismarck-Denkmal

Bad Kissingen

Dass der „Eiserne Kanzler“, Otto Fürst von Bismarck, über die Maßen prasste und soff und infolge seines ausschweifenden Lebenswandels jahrzehntelang immer wieder unter Schmerzen und diversen Krankheiten litt, ist in der Forschung unbestritten. Und so nimmt es nicht wunder, dass sich der legendäre Gründer des deutschen Kaiserreichs immer wieder zu ausgedehnten Kuraufenthalten veranlasst sah, und die verbrachte er am liebsten in Bad Kissingen.


Selbst ein Attentat bei seiner ersten Kur im fränkischen Staatsbad konnte ihn nicht davon abhalten, immer wieder an die Saale zurückzukehren. Zwischen 1874 und 1983 sind nicht weniger als 14 Kuraufenthalte mit einer Gesamtdauer von über 60 Wochen bezeugt. Und wie die Gelehrten wissen, verlebte er die Zeit dort stets mit großem Behagen.


Kurzum: Zwischen Bismarck und Bad Kissingen entstand schon bald eine innige Beziehung, und die Kissinger dankten es dem Staatsmann, indem sie noch zu dessen Lebzeiten, nämlich im Jahre 1877, das erste Bismarck-Denkmal im Deutschen Reich errichteten.


Ein Denkmal zur Ehren einer noch lebenden Persönlichkeit brauchte freilich die allerhöchste Genehmigung des „Kini“, und Ludwig II. – der Märchenkönig – gab schließlich seine Einwilligung. Und er verfügte noch dazu, wo das Denkmal aufzustellen sei, nämlich „an jener Stelle, wo derselbe Heilung suchte und fand in der Anlage des vom Fürsten täglich besuchten Salinenbades“.


Bismarck selbst war diese Ehrung peinlich, und angeblich hat er sein ehernes Ebenbild nicht ein einziges Mal in Augenschein genommen. Später sprach er „von der größten Verlegenheit, mit welchem Gesicht ich an meiner Statue vorbei gehen sollte“, und klagte darüber, dass es ihn störe, „wenn ich gewissermaßen fossil neben mir dastehe“.


Erschaffen wurde das drei Meter hohe Standbild übrigens durch den Bildhauer Heinrich Manger. Die Kosten wurden damals mit 7800 Mark verbucht und zum größten Teil durch Spenden der Kurgäste finanziert.

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